Warum PPC Manager Native Ads vermeiden (Und was sie übersehen
- vor 5 Tagen
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Wenn du dich länger in Performance-Marketing-Communities bewegst, fällt dir schnell ein Muster auf:
Viele PPC Manager vermeiden Native Ads.
Nicht nur vorsichtig.
Sondern aktiv.
Erwähne Native Advertising in einer Runde aus Google-Ads- oder Meta-Spezialisten und du hörst fast immer dieselben Aussagen:
„Schlechter Traffic.“
„Voll mit Bots.“
„Konvertiert nicht.“
„Haben wir getestet, war Geldverbrennung.“
Also warum genau vermeiden PPC Manager Native Ads?
Und ist diese Skepsis wirklich berechtigt?
Schauen wir uns das nüchtern an.
Der eigentliche Grund, warum PPC Manager Native Ads vermeiden
Es sind nicht Bots.
Es ist nicht zwangsläufig Fraud.
Und es ist nicht so, dass Native grundsätzlich nicht funktioniert.
Der wahre Grund ist:
Native Ads verhalten sich anders als klassische PPC-Kanäle.
Search und Social sind intent-getrieben.
Wenn jemand sucht nach:„bestes Kollagen Supplement“
Dann ist die Kaufabsicht bereits da.
Native funktioniert anders.
Native erzeugt Nachfrage, statt sie nur abzufangen.
Das verändert alles:
Andere Creative-Strategie
Anderer Funnel-Aufbau
Andere Optimierungslogik
Andere Erwartungshaltung
Die meisten PPC Manager sind trainiert auf Keyword-Intent, Retargeting und klar messbare Conversion-Signale.
Native erfordert Storytelling, Advertorials, Angle-Testing und Publisher-Optimierung.
Allein dieser Unterschied erklärt einen Großteil der Ablehnung.
Programmatisch vs. Direkt: Wo die Verwirrung entsteht
Ein riesiges Missverständnis in der gesamten Diskussion ist die Vermischung von „programmatisch“ und „direkt“.
Wenn viele PPC Manager sagen, sie hätten Native getestet, meinen sie oft:
Sie haben programmatische Inventare über einen DSP eingekauft, die als „Native“ bezeichnet wurden.
Typisch dafür:
Gemischtes Inventar
Begrenzte Platzierungs-Transparenz
Reichweiten-Optimierung
Kaum Publisher-Kontrolle
In solchen Setups sieht man oft nicht klar:
Welche Publisher wirklich performen
Wo problematischer Traffic herkommt
Wie man systematisch optimiert
Das fühlt sich schnell wie klassisches Display an.
Und in vielen Fällen ist es das auch.
Direkt gebuchte Native-Kampagnen unterscheiden sich fundamental:
Volle Publisher-Transparenz
Blocklisten und Allowlisten
CTR-basierte Regeln
Optimierung auf CPA oder ROAS
Platzierungsbasierte Creative-Tests
Hier kaufst du nicht anonymes Inventar, sondern steuerst aktiv Trafficquellen.
Viele negative Erfahrungen mit „Native“ stammen in Wahrheit aus programmatischen Setups – nicht aus direkten Native-Performance-Kampagnen.
Doch in PPC-Diskussionen wird alles unter einem Begriff zusammengefasst.
Das führt zwangsläufig zu falschen Schlussfolgerungen.
Warum hohe Varianz nicht ins Agenturmodell passt
Ein Punkt, den kaum jemand offen ausspricht:
Agentur-Strukturen sind selten auf Discovery-Kanäle mit hoher Varianz ausgelegt.
Native Ads erfordern:
Mehr Creative-Tests
Mehr Funnel-Experimente
Geduld
Manuelle Optimierung in der Anfangsphase
Das bedeutet:
Höheres kurzfristiges Risiko
Langsamere Anfangsergebnisse
Mehr Erklärungsbedarf gegenüber Kunden
Und das kollidiert mit der Realität vieler Agenturen:
Kunden erwarten stabile ROAS-Werte.
Agenturen wollen wiederholbare Prozesse.
Native passt am Anfang oft nicht in dieses Raster.
Also vermeiden PPC Manager Native Ads aus Risikomanagement-Gründen.
Nicht unbedingt aus Unwissenheit.
„Native ist voller Bots“ – Eine präzise Betrachtung
Diese Aussage basiert häufig auf Erfahrungen mit:
Breitem programmatischem Inventar
Geringer Transparenz
Reichweiten-Optimierung
Fehlender Platzierungssteuerung
Das ist etwas anderes als:
Publisher-Level-Optimierung
Blocklisten
Performance-Regeln
Kontinuierliche Traffic-Bereinigung
Gibt es Publisher die für bestimme Produkte oder Services weniger geeignet sind?
Natürlich.
Aber die Möglichkeit zur Kontrolle existiert – sie wird nur oft nicht konsequent genutzt.
Warum PPC Manager Native Ads selbst nach Tests vermeiden
Typischer Ablauf eines Native-Tests:
Native wird wie Display behandelt
Traffic geht direkt auf die Produktseite
Generische Creatives werden verwendet
Man erwartet sofort Meta-ROAS
Geld wird verbrannt
Kanal wird dauerhaft abgeschrieben
Native erfordert:
Pre-Sell Content (Advertorials, Listicles)
Message-Market-Fit
Editorial angepasstes Creative
Publisher-Optimierung
Wer diese Elemente überspringt, scheitert fast zwangsläufig.
Wann Native Ads tatsächlich Sinn ergeben
Native ist selten ein Ersatz für Google oder Meta.
In vielen Fällen sollte es das auch nicht sein.
Native funktioniert besonders gut, wenn:
Search und Social bereits plateauiert sind
Skalierung gefragt ist
Kreative Ressourcen vorhanden sind
Funnel-Denken etabliert ist
Native als Discovery-Layer verstanden wird
Mit anderen Worten:
Native ist Erweiterung, nicht Fundament.
Warum PPC Manager Native Ads vermeiden – und warum das rational ist
Aus Sicht eines PPC Managers ist die Skepsis nachvollziehbar:
Native wirkt unberechenbar
Ergebnisse variieren stark nach Angebot
Creative-Fatigue ist real
Funnel schlägt Bid-Strategie
Kunden mögen keine Experimente
Native zu vermeiden kann also eine rationale Geschäftsentscheidung sein.
Fazit
Warum vermeiden PPC Manager Native Ads?
Weil Native:
Eine andere Denkweise erfordert
Creative-getrieben ist
Am Anfang höhere Varianz hat
Oft mit programmatischem Display verwechselt wird
Nicht in klassische PPC-Prozesse passt
Das macht den Kanal nicht schlecht.
Es macht ihn nur strukturell anders.
Und genau deshalb funktioniert Native für manche Unternehmen hervorragend – während andere es vorschnell abschreiben.



